Rallye Argentinien - Zweiter Sieg in Folge

  • 02.05.2017


Die Rallye Argentinien ist bekannt für Spannung bis zum Schluss. In Szenen, die an die Veranstaltung im Jahr 2016 erinnerten, als Hayden Paddon und John Kennard einen beeindruckenden Sieg errangen, zog sich die Entscheidung der diesjährigen Rallye bis in die Power Stage hin.

Die Belgier Thierry Neuville und Nicolas Gilsoul hatten den Abstand zum Führenden der Rallye, Elfyn Evans, stetig verringert. Nach einer sensationellen Fahrt durch Mina Clavero – Giulio Cesare, dem vorletzten Abschnitt der Rallye, rückten sie auf lediglich 0,6 Sekunden Abstand vor. Somit war der ultimative Showdown vorprogrammiert.

Die beiden Crews lieferten sich auf der El Condor Power Stage ein Kopf-an-Kopf-Rennen:  die Hyundai Crew #5 konnte mit einem knappen Vorsprung den Sieg einfahren. Lediglich 0,7 Sekunden trennten die ersten zwei. Es war eines der knappsten Finishs einer WRC-Veranstaltung überhaupt!

„Ich habe in meiner Karriere noch nie so nervenzehrende letzte Minuten einer Rallye erlebt“, sagte ein überwältigter Thierry Neuville. „Es ist ein erstaunliches Ergebnis und ich möchte dem ganzen Team für die an diesem Wochenende geleistete Arbeit danken. Herzlichen Glückwunsch an Elfyn, der einen spannenden Wettkampf lieferte.“

Der Sieg markiert den fünften seit dem Einstieg von Hyundai  in die WRC und ist der zweite aufeinanderfolgende erste Platz – dies ist dem Hyundai Motorsport-Team zum ersten Mal gelungen. Hyundai ist nun auch der erste Hersteller, der 2017 einen wiederholten Sieg erzielte. Somit konnte auch der zweite Platz in der Herstellerwertung gefestigt werden.

„Ein spannendes Finale“, sagte Teamleiter Michel Nandan. „Es ist ein Sieg, an den wir uns noch lange erinnern werden. Nach 360 km Sonderprüfungen mit so einem knappen Abstand zu gewinnen, ist bemerkenswert. Wir sind sehr glücklich, das erste Team zu sein, dass in dieser Saison zwei Mal gewonnen hat.“

Für Hayden Paddon und John Kennard war es ein weniger positives Ende der Rallye, da sie auf dem letzten Abschnitt Probleme mit der Servolenkung hatten. Obwohl sie an diesem Wochenende eine Sonderprüfung für sich entscheiden konnten und auch sonst gute Zeiten fuhren, kamen sie nur auf den sechsten Platz.

„Man hätte kein gegensätzlicheres Drehbuch zum letzten Jahr schreiben können“, reflektierte Hayden Paddon. „Ich kann unser Pech einfach nicht fassen. Auf den Etappen am Sonntagvormittag hatte ich kein Gefühl für das Auto und wir kämpften uns bis zum Ziel durch. Wir werden uns stärker zurückmelden.“

Dani Sordo und Marc Martí humpelten ebenfalls nach Hause, nachdem sie bei schnellem Tempo auf der Power Stage einen Reifenschaden hatten.

„Ein fürchterliches Wochenende für uns, das schon beinahe vorbei war, als es gerade begann“, meinte Dani Sordo. „Wenn man wie wir so früh bei einer Veranstaltung so viel Zeit verliert, ist es unmöglich, das wieder gut zu machen. Der Reifenschaden versinnbildlichte unser Pech an diesem Wochenende. Ich möchte nun positiv in Richtung Portugal schauen.“


Die Rally de Portugal findet vom 18. bis zum 21. Mai statt und ist die nächste Schotterveranstaltung der Meisterschaft. Michel Nandan ist sicher, dass das Team viel aus den Erfahrungen in Argentinien gelernt werden kann.

„Argentinien ist ein rauer Ort fürs Rallyefahren, und wir wussten, dass es für diese neuen Autos hart werden würde. Manchmal ist es wichtig, sich bis zum Ende durchzukämpfen, und wir werden alles, was wir gelernt haben, in die Verbesserung unseres Autos für die nächsten Veranstaltungen einfließen lassen. Jetzt werden wir aber erst einmal diesen historischen Sieg feiern.“

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» Fotos der Rallye Argentinien 2017

Gesamtwertung – Rallye Argentinien

1 T. Neuville / N. Gilsoul (Hyundai i20 Coupe WRC) 3:38:10.6
2 E. Evans / D.Barritt (Ford Fiesta WRC) +0.7
3 O. Tanak / M. Jarveoja (Ford Fiesta WRC) +29.9
4 S. Ogier / J. Ingrassia (Ford Fiesta WRC) +1:24.7
5 J. M. Latvala / M. Anttila (Toyota Yaris WRC) +1:48.1
6 H. Paddon / J. Kennard (Hyundai i20 Coupe WRC) +7:42.7
7 J. Hänninen / K. Lindstrom (Toyota Yaris WRC) +11:16.9
8 D. Sordo / M. Martí (Hyundai i20 Coupe WRC) +14:44.1
9 M. Østberg / O. Floene (Ford Fiesta WRC) +15:11.3
10 P. Tidemand / J. Andersson (Škoda Fabia R5) +17:32.1